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  • English | Thomas Klie

    Vita Dr. Prof. habil Thomas Klie PhD, lawyer, professor for gerontology at the Protestant University of Applied Sciences (Germany) and the University of Klagenfurt (Austria). His main topics in the research work in the Social Research Institute Freiburg (AGP) are demographic and social changes in the modern society, elder abuse and social planning for the elderly on the municipality level. ​ He was a member of the National Commission for issuing the 7th Report about the State of Elderly People in Germany and the chairman of the Second Engagement Report Commission of the Federal Government on behalf of the Federal Ministry of Family, Senior Citizens, Women and Youth. Resume Academic background 1988 Doctorate in law at the University of Hamburg (with Prof. Dr. Hoffmann-Riem) 1988 - 2021 Professor at the Protestant University of Applied Sciences Freiburg 2010 Habilitation (venia docendi in gerontology) at the Alpen-Adria University Klagenfurt / Vienna Graz; Faculty for Interdisciplinary Research and Continuing Education Professional career 1974 High school diploma (Abitur) at Johanneum Hamburg 1976 - 1981 Studies of protestant Theology, Sociology and Law at the University of Hamburg 1978 - 1981 Research assistant at the chair of Prof. Dr. Werner Thieme, University of Hamburg 1981 First state law examination at the University of Hamburg 1981 - 1988 Lecturer at the Berufsfortbildungswerk des DGB in Hamburg 1982 - 1987 Legal clerkship at the Higher Regional Court of Hamburg with stations in Frankfurt and Darmstadt 1985 - 1986 Research assistant at the University of Economics and Politics, Hamburg 1983 - 1990 Executive member of the board of HAFA e.V. (institute for further education), Hamburg / Kassel 1984 - 1985 Freelancer at the Ministry of Labor and Social Affairs, Hamburg 1987 second state examination in law 1987 - 1988 Freelancer at the German Association for Public and Private Welfare, Frankfurt 1988 Doctorate in law at the University of Hamburg (with Prof. Dr. Hoffmann-Riem) 1988 - 2021 Professor at the Protestant University of Applied Sciences, Freiburg In a secondary office: Data Protection Officer of the Protestant Church in Baden from 1992 - 2013, 2015 - 2020 Data Protection Officer of Diakonisches Werk Baden Since 1999 lawyer in Freiburg, Munich and Berlin 2010 Habilitation (venia docendi in gerontology) at the Alpen-Adria University Klagenfurt / Vienna Graz; Faculty for Interdisciplinary Research and Continuing Education Private lecturer at the Alpen-Adria University Klagenfurt, IFF Vienna 2010 to 2021 Visiting Professor at UNAM Windhoek, Namibia Since 2021 Visiting Professor at the University of Graz 2018 - 2021 Research Officer at the Protestant University of Applied Sciences Freiburg ​

  • Aktuelle Bücher | Thomas Klie

    Aktuelle Bücher Außerhalb der Galerie

  • Vita | Thomas Klie

    Vita Prof. Dr. habil Thomas Klie Geboren 1955 in Hamburg, ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und exponierter Sozialexperte. Als Sach- und Fachbuchautor und in der Politikberatung nimmt er zu Fragen der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens, der Pflege und Teilhabe ebenso Stellung wie zur Bedeutung der Zivilgesellschaft in den aktuellen Transformationsprozessen. Er lebt in Starnberg, lehrt in Freiburg und Graz. Er arbeitet als Anwalt in Berlin, München und Freiburg. Thomas Klie hat drei Kinder und ist verheiratet mit Prof’in Dr’in Martina Wegner. Seit 1985 lebt er im Sommer auf der griechischen Insel Lesbos. Thomas Klie (* 1955 in Hamburg ) ist ein deutscher Sozial- und Rechtswissenschaftler . Seine Schwerpunkte liegen u. a. in der sozialen Gerontologie und Pflege, Zivilgesellschafts- und Demokratieforschung.. Er gilt als einer der wichtigen Sozialexperten in Deutschland. Thomas Klie studierte Evangelische Theologie, Soziologie und Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg . 1981 legte er das erste, 1987 das zweite juristische Staatsexamen ab, 1988 erfolgte seine Promotion an der Universität Hamburg. 2010 wurde er an der Universität Klagenfurt , Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung mit einer Venia docendi für das Fach Gerontologie habilitiert. Von 1988 bis 2021 war er als Professor für Rechts- und Verwaltungswissenschaften an der Evangelischen Hochschule Freiburg tätig. Er leitet das 1989 gegründete Institut AGP Sozialforschung und das Zentrum für zivilgesellschaftliches Engagement in Freiburg und Berlin. Im Nebenamt war er von 1992 bis 2013 Datenschutzbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Baden , 2015 - 2020 war er Datenschutzbeauftragter des Diakonischen Werkes Baden. Nebenberuflich ist er seit 1999 als Rechtsanwalt in Freiburg, München und Berlin in der HKS – Rechtsanwaltspartnerschaft mbB Kanzlei für soziale Unternehmen (KASU) tätig, seit 2018 zudem Justitiar der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB Leben Akademischer Werdegang 1988 Promotion zum Dr. jur. an der Universität Hamburg (bei Prof. Dr. Hoffmann-Riem) ​ 1988 – 2021 Professor an der Evangelischen Hochschule Freiburg ​ 2010 Habilitation (venia docendi im Fach Gerontologie) an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt / Wien Graz; Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung Beruflicher Werdegang 1974 Abitur am Johanneum Hamburg 1976 – 1981 Studium der evangelischen Theologie, Soziologie und Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg 1978 – 1981 wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl Prof. Dr. Werner Thieme, Universität Hamburg 1981 erstes juristisches Staatsexamen an der Universität Hamburg 1981 – 1988 Dozent beim Berufsfortbildungswerk des DGB in Hamburg 1982 – 1987 Referendariat beim Oberlandesgericht Hamburg mit Stationen in Frankfurt und Darmstadt 1985 – 1986 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Wirtschaft und Politik, Hamburg 1983 – 1990 geschäftsführendes Vorstandsmitglied der HAFA e.V. (Weiterbildungsinstitut), Hamburg / Kassel ​ 1984 – 1985 freier Mitarbeiter der Behörde für Arbeit und Soziales, Hamburg ​ 1987 zweites juristisches Staatsexamen 1987 – 1988 freier Mitarbeiter beim Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge, Frankfurt 1988 Promotion zum Dr. jur. an der Universität Hamburg (bei Prof. Dr. Hoffmann-Riem) 1988 – 2021 Professor an der Evangelischen Hochschule Freiburg Im Nebenamt: Datenschutzbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Baden von 1992 - 2013, 2015 - 2020 Datenschutzbeauftragter des Diakonischen Werkes Baden Seit 1999 Rechtsanwalt in Freiburg, München und Berlin 2010 Habilitation (venia docendi im Fach Gerontologie) an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt / Wien Graz; Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung Privatdozent an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, IFF Wien 2010 bis 2021 Visiting Professor an der UNAM Windhoek, Namibia Seit 2021 Gastprofessor an der Universität Graz ​ 2018 - 2021 Forschungsbeauftragter der Evangelischen Hochschule Freiburg

  • Bücher | Thomas Klie

    Bücher Thomas Klie veröffentlicht sowohl zur Fragen der Sozialpolitik als auch zu zivilgesellschaftlichen Themen. Nachfolgend sind seine Veröffentlichung nach Art der Publikation und Jahren sortiert. Mit der Suchfunktion lassen sich themenbezogene Recherchen durchführen. Aktuell Sammelbände Monografien Suchen

  • Demensch | Thomas Klie

    Demensch Peter Gayman und Thomas Klie. Viel Kreativität haben Familien und Pflegekräfte in Heimen gebraucht, um mit den Corona-Folgen umzugehen, sie erträglich zu gestalten: Betroffen waren in besonderer Weise Menschen mit Demenz. Sie waren und sind doppelt gefährdet: Als Hauptrisikogruppe einerseits und andererseits als die, die in ihren Menschenrechten durch die Infektionsschutzmaßnahmen besonders bedroht und tangiert waren. Es wurde experimentiert: mit Bildtelefon und Skype, um Begegnungen mit An- und Zugehörigen möglich zu machen. Heime bauten Begegnungscontainer „Klön-Boxes“ auf, um im geschützten Raum die über Wochen ausgesetzten persönlichen Begegnungen dennoch möglich zu machen - wenn auch etwas Knast like. Ein „Papa-Mobil“ mit Plexiglaskabine wurde für den Transport von Besuchern im Heim konstruiert: Ideenreichtum und Humor waren und sind gefragt, um mit den zum Teil dramatischen Beschränkungen umzugehen. Vielen ist es gut gelungen, andere sind an ihre Grenzen gekommen. Und gibt es leider auch die Berichte über massive Menschenrechtsverletzungen infolge des Lockdowns: Fixierungen im eigenen Zimmer, Sedierung und das Legen einer PEG-Magensonde, um die Ernährung auch dann sicherzustellen, als An- und Zugehörige und Ehrenamtliche keinen Zugang mehr zu Heimen hatten und sich nicht an den Aufgaben der Unterstützung bei den Mahlzeiten beteiligen konnten. Beaufsichtigte Besuche, um jede Umarmung zu verhindern: Das Alzheimer-Telefon stand nicht mehr still. Wie schnell die Kultur eines menschenfreundlichen Umgangs mit Menschen mit Demenz bedroht ist, wie schnell rechtstaatliche Schutzvorkehrungen vor massiven Freiheitseinschränkungen legitimiert wurden, war und ist erschreckend. Bedrohlich wirkt auch die Bereitschaft von Politikern, das Menschenleben eines Menschen mit Demenz als weniger schützenswert anzusehen als das Leben jüngerer, „produktiver“ Menschen. Die Menschenwürde ist unteilbar! Umso wichtiger ist es, eine neue Sensibilität für Fragen der Würde und der Menschenrechte von Menschen mit Demenz zu entwickeln und immer wieder aufs Neue einen kreativen, menschenfreundlichen und von Herzenswärme geprägten Umgang einzuüben. Die Kunst eines menschenfreundlichen Umgangs mit Demenz und Menschen mit Demenz zeigt sich vielfältig: in der Gestaltung des Alltags, in der Begegnung im öffentlichen Raum, im politischen Diskurs. Die Corona-Krise war und ist ein Lackmustest für die Resilienz einer menschenfreundlichen Kultur, die sich auch und gerade an den vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen zeigt. Werner Finck, der in seiner Kabarettistenlaufbahn mit der Bedrohung seiner Freiheit und seiner Menschenrechte ausreichend Erfahrung sammeln konnte, formulierte: „An dem Punkt, wo der Spaß aufhört, fängt der Humor an.“ Der Satz stimmt auch für so manche Situationen in Covid-19-Zeiten. Peter Gaymann[1] und ich haben in dem DEMENSCH-Kalender 2021 das Thema Corona nicht außen vor lassen können. Wir hoffen aber, dass die Cartoons ohne Maske in 2021 wieder Abbild einer offenen und menschenfreundlichen Gesellschaft sind. Peter Gaymann zeichnete in der Corona-Krise täglich seine Cartoons als humorvolle Überlebenshilfe. Peter Gaymann kaufen Außerhalb der Galerie

  • Forschung | Thomas Klie

    Forschung Alter. Gesellschaft. Partipization. AGP Sozialforschung gehört dem Forschungsverbund an der Evangelischen Hochschule Freiburg FIVE e.V. an, der 1989 als Kontaktstelle für praxisorientierte Forschung e.V. gegründet wurde. Das heutige Institut firmierte zunächst als Arbeitsschwerpunkt Gerontologie und Pflege (AGP). Anfangs standen kommunale Beratungsprozesse bei der Altenplanung im Vordergrund. Inzwischen ist aus dem Arbeitsschwerpunkt ein eigenständiges Institut für angewandte Sozialforschung mit einem breiten Themenspektrum geworden: Case Management, Inklusion und Partizipation von Menschen mit Behinderung, Kommunale Altenplanung, Palliative Care, Weiterentwicklung von Leistungsformen (Budgets) für Menschen mit Pflege- oder Hilfebedarf, Personalbedarf in der Pflege, Wohn- und Betreuungsformen für Menschen mit Demenz, Zwang und Gewalt in der Pflegepraxis, Digitalisierung und Sozialraum. Mehr erfahren Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung. Das Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung - zze entstand 1996 aus dem von Prof. D Das zze wurde 1996 gegründet und begleitet seit dem u.a. die Förderaktivitäten Landes Baden-Württemberg zur Stärkung des Bürgerschaftlichen Engagements. Das Spektrum der Forschungs- und Entwicklungsaufgaben reicht von der Begleitung kommunaler Agenda 21-Prozesse, Corporate Citizenship, Welfare Mix-Konzepten, Bürgergenossenschaften, Entwicklungszusammenarbeit und Zivilgesellschaft bis zur Forschung zu regionalen Einflussfaktoren demokratischer Integration und demokratischer Resilienz. r. Thomas Klie gegründeten Arbeitsschwerpunkt „Bürgerschaftliches Engagement – Forschung und Beratung“ an der Kontaktstelle für praxisorientierte Forschung. Grundlage seiner Arbeit sind vier verschiedene Dimensionen von Zivilgesellschaft. Mehr erfahren

  • Exponierter Sozialexperte | Thomas Klie | Tutzing

    Außerhalb der Galerie thomas@klie.info Geboren 1955 in Hamburg, ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und exponierter Sozialexperte. Als Sach- und Fachbuchautor und in der Politikberatung nimmt er zur Fragen der Weiterentwicklung der Pflegeversicherung ebenso Stellung wie zur Bedeutung der Zivilgesellschaft in den aktuellen Transformationsprozessen. Er lebt in Tutzing, lehrt in Freiburg und arbeitet als Anwalt in Berlin und Freiburg.

  • Kanzlei | Thomas Klie

    Kanzlei Heyder. Klie. Schindler. Thomas Klie ist als Rechtsanwalt in Freiburg, München und Berlin tätig - in der Kanzlei für soziale Unternehmen, eine Firma der HKS-Partnerschaft mbH. Thomas Klie ist dauerhaft rechtsberatend für eine Reihe von Sozialunternehmen tätig sowie Justitiar der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB). Seine Schwerpunkte liegen im Recht der Teilhabe, der Pflege und des Gesundheitswesens. mehr erfahren

  • Liota Land&Sea | Thomas Klie

    Liota Land&Sea Seit den 1980er Jahren lebt Thomas Klie im Sommer auf der griechischen Mittelmeerinsel Lesbos. Das Haus steht auch für Lesbos-Liebhaber zur Vermietung. Hier geht's zur Vermietungsagentur Lesvos: Hot-Spot der Flüchtlingskrise Thomas Klie Der Papst kam nach Lesbos, prangerte die unmenschliche Asylpolitik an, forderte, Flüchtlinge nicht als Nummern sondern als Menschen zu behandeln und ihnen mit Respekt zu begegnen. Er nahm einige geflüchtete Menschen demonstrativ mit nach Rom. Ai Weiwei hat die Insel besucht und mit Aktionskunst Aufmerksamkeit erzeugt und ein Mahnmal für die Ertrunkenen hinterlassen. Mytilene, die Hauptstadt von Lesbos, ist zum Schmelztiegel der aktuellen Flüchtlingsdynamik geworden, die das Jahr 2015 geprägt und bis heute ungelöste Fragen hinterlassen hat. Waren es 2015 noch 600.000 Flüchtlinge, bis zu 9.500 an einem Tag, so sind es in diesen Tagen immerhin noch 40 bis 150, die täglich die Insel erreichen. Die geflüchteten Menschen prägen im Vergleich zum letzten Sommer nicht mehr das Straßenbild, landen nicht mehr vor den Augen der Urlauber an den Stränden der Touristenorte. Sie werden gezielt in der Nähe der Hauptstadt abgesetzt, wenn es ihnen gelungen ist, nicht von der Küstenwache abgedrängt zu werden, wenn sie es geschafft haben, die Natoabschirmung zu überwinden und das stets gefährliche Gewässer zwischen der Türkei und Lesbos zu überqueren. Ich sehe sie noch vor mir, die Flüchtlinge in unserem Dorf auf Lesbos, die mit nassen Hosen, oft mit erlöst hoffnungsvollen Gesichtern aber auch erschöpft auf die Platia kamen. Dort ruhten sie sich zunächst aus, wurden bewirtet oder, so sie Geld hatten, kauften sie die letzten Vorräte der Taverne auf und bestellten alles, was die Küche hergab. Am Anfang war noch ein Willkommensfrühstück üblich, vom Bürgermeister organisiert. Frauen standen am Straßenrand und gaben Brot aus. Es kamen in erster Linie Männer, aber auch ganze Familien und nur wenige alte Menschen. Schnell wurden sie zu viele. Entweder wurden sie von Bussen abgeholt, die die Geflüchteten nach Mytilene in die Auffanglager bringen sollten, oder sie machten sich zu Fuß auf in die 80 Kilometer in die Hauptstadt, wo sich ihr weiteres Schicksal entscheiden sollte. Flüchtlingskolonnen säumten die Straßen, denn zunächst machte man sich Der Fluchthilfe schuldig, wenn man sie im privaten PKW mitnahm. In den Macchiabüschen fanden wir ihre Pässe, die sie auf Rat der Schlepper weggeworfen hatten. Nach pragmatischen (unter Zurückstellung der Verfahrensanforderungen) durchgeführten Registrierungsverfahren durch die völlig überforderten griechischen Behörden standen Schiffe standen parat, die sie nach Piräus bringen würden. Der Bürgermeister von Mytilene, Spyros Galinos, hatte zusätzliche gechartert, um den Streit um eine schnelle Weiterreise unter den Flüchtlingen zu beschwichtigen. Mit einer erstaunlichen Ruhe haben die Inselbewohner zunächst auf den Flüchtlingszustrom reagiert, in einer Grundhaltung des Respektes, der Hilfsbereitschaft, der Toleranz und in gewisser Weise auch der Gelassenheit. Was passiert nun nach dem EU-Türkei-Abkommen? Die Geflüchteten werden sofort ins Hot Spot Lager nach Moria gebracht, bei dem es sich faktisch um ein Gefängnis für 3.500 Menschen handelt. Die Syrer mit sicheren Aussichten auf Asyl werden überwiegend in einem anderen Lager am Rand von Mytilene aufgenommen. Was die Geflüchteten in Moria empfängt ist alles andere als erfreulich: Der Ausgang ist ihnen in den ersten 25 Tagen untersagt, die Verpflegung ist in jeder Hinsicht miserabel: Lange Warteschlangen, in denen jeweils bis zu vier Stunden für eine Mahlzeit, die aus zwei Keksen zum Frühstück und Nudeln ohne Soße zum Mittagessen besteht, angestanden werden muss. Unbegleitete Minderjährige befinden sich vielfach ohne angemessene Betreuung unter den Erwachsenen. Es gibt keine Rückzugsmöglichkeiten, keine Privatsphäre. Während es die Syrer noch vergleichsweise gut haben, da sie eine sichere Ausreiseperspektive haben, sind es vor allen Dingen die Afghanen, denen kaum eine Chance gegeben wird: Ihnen werden systematisch Informationen über ihre Anhörungsrechte und ihre Rechte als Geflüchtete und im Asylverfahren verweigert. Gleichzeitig zeigt sich Lesbos auch die Insel der Volunteers. Über 1000 waren es 2015, sie unterscheiden sich stark mit Blick auf Herkunft, Motiven und den Kompetenzen, die sie mitbringen. Es sind die etablierten NGOs vor Ort, wie Ärzte ohne Grenzen, Advocacy Abroad, Euro Relief, aber auch die „Voluntourists“, die stillen Helfer von der Insel, die, die die Beerdigung der ertrunkenen Flüchtlinge organisiert haben, um ihnen eine letzte Ehre zu erweisen. Dem United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR)kommt eine wichtige Rolle in der Koordination der Freiwilligen zu. Viele deutsch-griechische Vereine sind aktiv, die Kirchen informieren sich über die Situation, internationale Tagungen, etwa zum Familienrecht, werden auf die Insel verlegt: Die breite Palette zivilgesellschaftlicher Organisationen gab und gibt sich ein Stelldichein in Griechenland. Die meisten sind inzwischen wieder abgezogen, einige sind jedoch geblieben. Eine Gruppe konnte ich besuchen: Respekt für Griechenland heißt die deutsche NGO, die sich Volunteers for Lesvos angeschlossen hat. Sie habe ich besucht und ausführlich mit ihnen geredet. Freiwillige aus ganz Europa wechseln sich ab, sie bemühen sich, dass die Geflüchteten willkommen geheißen werden. Das steht im Kontrast zu den Bedingungen in den Auffanglagern in Moria. Sie unterhalten eine Küche für die Geflüchteten, in denen sie als Alternative zur Essensversorgung in Moria täglich über 600 Mahlzeiten bereitstellen – unter Beteiligung von Flüchtlingen, die ihr Kochkünste einbringen. Die Initiative hat eine leerstehende Fabrik besetzt, um dort ein soziales Willkommenscenter einzurichten. Dort gab es Schlafräume für Frauen, eine Küche und einen Kindergarten. Auch diese Einrichtung entstand in Zusammenarbeit mit den Geflüchteten, die bereit sind, die Selbstorganisation nach Kräften zu unterstützen und in besonderer Weise ihre Kompetenzen, ihre Ressourcen einbringen. Die Polizei hatte zunächst Sympathien für die Nutzung des leerstehenden Gebäudes, auch weil die Geflüchteten so von der Straße verschwanden. Aber weder die Lagerverwaltung noch die Verwaltung von Lesbos waren angetan von der Nutzung. Die Eigentümerin des Gebäudes, die Alphabank, eine drei übriggebliebenen Banken in Griechenland, ließ es inzwischen räumen. Eine zivilgesellschaftliche Verantwortung war sie nicht bereit zu übernehmen, von Corporate Citizenship keine Spur. Nun sind die Initiative und vor allen Dingen auch die Geflüchteten wieder auf der Straße gelandet, direkt am Meer hausen sie in ihren Zelten, wenn sie es in Moria nicht aushalten. Die Kinder müssen wieder zurück in das Lager, die Frauen haben ihre Möglichkeiten des Rückzuges verloren, der Besprechungs- und Beratungsraum, in dem Aufklärung und Rechtsberatung stattfand, steht wieder leer. Übrig geblieben sind Malereien für die Kinder an den Wänden, sind Hinweisschilder auf die Nutzung der Sanitäranlagen, Schilder über die Spielregeln im Umgang miteinander. Die ideologischen und politischen Überzeugungen stehen programmatisch an den Wänden: No Racism, no Sexism, no homophobia. Der ideologische Geist, aus denen die NGO’s des Welcome-Centers hervorgegangen sind, steht durchaus im Kontrast zu den geschlossenen Weltbildern, die auch bei Geflüchteten verbreitet sind. Das geräumte Gebäude wird, zu erreichen nur noch durch ein Loch in der Mauer, wieder von einigen Unentwegten genutzt: Es lässt so erahnen, welche Vorteile das weitere Bestehen gebracht hätte. Vielleicht findet sich ja eine Alternative zur besetzten Fabrik in der Nähe des bisherigen Welcome Centers. Die Vergeblichkeit wohnt manchen Initiativen der zivilgesellschaftlichen Akteure inne. Das was die Freiwilligen dort tun, vom Abhören des Funkverkehrs der Küstenwache und Nato über die Organisation von Rechtsberatung und das Kochen mit den Geflüchteten bis hin zum Einwerben von Spenden: Das alles ist auch ein Symbol gegen die bürokratische und im Effekt zynische Abfertigung der geflüchteten Menschen in den Auffanglagern. Da kommen Studierende und andere Freiwillige aus Deutschland, aus der Schweiz, aus Spanien aber auch aus Osteuropa, die ihre Ferien dort verbringen, mitarbeiten, Schichten schieben, mit der Bank und der Präfektur verhandeln - und Zeit mit den Geflüchteten verbringen. Sie bieten ihnen Schutz gegen die Sonne oder den starken Wind, sie hören zu, sie spielen, sie lachen. Sie teilen ihre Verzweiflung und verteidigen ihre Ideale. Manchmal kann man die Freiwilligen von den Geflüchteten nicht unterscheiden. Da ist etwa der in Deutschland geborene Mohammed marokkanischer Abstammung mit leichtem schwäbischem Slang, der sich zum Ziel setzte, die Balkanroute von Deutschland in umgekehrter Richtung in den Süden zurückzulegen. Auf seinem Weg hat er sich immer wieder NGO’s angeschlossen, die sich für die Geflüchteten einsetzen. Jetzt ist er auf Lesbos gelandet, dort wo sie ankommen. Seinen Pass hat er inzwischen verloren und teilt in gewisser Weise Unsicherheiten mit den Geflüchteten. Die basisdemokratischen Debatten, die Freiwillige und Geflüchtete führen, erinnern an die Gespräche in den 70er Jahren an deutschen Hochschulen. Nicht alle NGOs haben ein solch explizit politisches Verständnis ihrer Arbeit wie die Volunteers for Lesvos. Die Leute von Euro Relief etwa suchen eine Aufgabe – ohne dass ihnen die politischen Rahmenbedingungen, deren Wirkungen sie auszugleichen versuchen, besonders wichtig wären. Andere arbeiteten 2015 in 14 Stunden Schichten bis zur Erschöpfung, um die Not an den Stränden zu bewältigen. Es entsteht ein Flickenteppich der Humanität. Ohne die Freiwilligen gäbe es nicht die kleinen Oasen für die Flüchtlinge, würde Europa dort nicht sein menschliches Gesicht zeigen, wo die Geflüchteten ankommen. Ohne die Freiwilligen gäbe es nicht die hörbare Kritik an den Verstößen gegen Menschenrechte. Besonders zu beklagen ist die Missachtung der Rechte unbegleiteter Minderjähriger, für die es zwar eine eigene Einrichtung in Agiassos gibt, die aber nur wenige der Minderjährigen erreichen. Viele landen in den Händen von Menschenhändlern, die die Kinder an adoptivwillige Eltern oder kriminelle Organisationen verkaufen. Es gibt Kinderhändlerketten, die auf brutale Weise ihre Geschäfte machen. Für die unbegleiteten Minderjährigen finden sich kreative Initiativen, so werden sie von Organisationen in Selbstorganisation und sozialem Miteinander Geschult: etwa auf dem Gelände eines Hotels in Thermi, wo sie sogleich das Erlernte im Kontakt mit den Hotelgästen üben. Die kritische, die helfende, die kreative Zivilgesellschaft auf Lesbos gibt Zeugnis von einer eigenen europäischen Wertegemeinschaft: die der Volunteers. Die findet auch auf künstlerische Ebene ihren Ausdruck, zum Beispiel durch das Symbiosis Lesvos Festival. Dabei geht es den Initiatorinnen darum, ein besseres Verständnis zwischen Inselbewohnern, den Touristen, Freiwilligen und geflüchteten Menschen zu befördern, Räume zu eröffnen, in denen Talente und Kreativität gezeigt werden können. Das ist nicht unwichtig, auch wenn das Künstlermilieu nicht gerade die traditionelle Kultur der Bewohner von Lesbos trifft. Die örtliche Bevölkerung verfolgt das Flüchtlingsgeschehen und auch die Arbeit der Volunteers nicht nur mit Sympathie, zum Teil mit offener Ablehnung. Wenn die eigenen Nöte, die wirtschaftliche Krisensituation, die unsicheren Aussichten der eigenen Existenz, die Abwanderung der jungen Menschen von der Insel kein Gehör finden, ist das verständlich. Aber immer wieder gab und gibt es Unterstützung, gibt es Spender, finden sich auch Anwälte von der Insel, die sich freiwillig engagieren, privat, still oder vernehmlich. Manche schließen sich auch der der Initiative Volunteers for Lesvos an. Die vielen tatkräftigen, insgesamt aber fragilen Bemühungen um eine die Menschenrechte erfüllender Begleitung der Geflüchteten auf der Insel Lesbos ändern nichts an dem von den Inselbewohnern insgesamt mit Verbitterung beklagte Untätigkeit der europäischen Institutionen, wenn es um die Bewältigung der Flüchtlingsfrage geht. Ai Weiwei und der Papst sind wieder weg. Der Tourismus auf der Insel liegt darnieder: von knapp 300 Charterflügen im Jahre 2015 sind 35 im Jahre 2016 übrig geblieben. Von den knapp 20.000 Touristen pro Monat kamen bisher in der Hochsaison 4.000 pro Monat. 90 % Rückgang des Tourismus, wo doch der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Insel ist. Auch wenn Griechenland insgesamt einen Tourismusboom erfährt, so gilt dies für die von der Flüchtlingskrise besonders betroffene Insel nicht. Hier sind politische Maßnahmen gefragt. Die Insel, die in der größten Notsituation die meiste Hilfe geleistet hat, verdient Respekt und Unterstützung. Der bunte Haufen der zivilgesellschaftlichen Aktivistinnen und Aktivisten verteidigt sie und verdient auch unter diesem Aspekt Respekt. Allerdings tragen sie eine zu schwere Bürde und erfahren zu wenig Unterstützung: Sie allein können die Menschenrechte und die Humanität, auf die wir uns – zumindest in Europa – verständigt haben, nicht retten. Die Verlagerung des Asylmanagements in hot spots aus den Flüchtlingslagern in Deutschland und anderen europäischen Ländern verlangt nach entsprechender zivilgesellschaftlicher Flankierung – aber auch nach Maßnahmen der EU und Deutschlands. Eine konzertierte Aktion und Kampagne wünscht man sich für Lesbos, die die vielen Aktionen und Promibesuche verbinden, in zentralen Aussagen etwas von der Wahrheit der Situation auf der Insel transportieren und Handlungsoptionen aufzeigen: staatliche, ökonomische und zivilgesellschaftliche. Und: Lesbos ist eine Insel, die gerade jetzt eine Reise wert ist, ein lohnendes Ziel. Für Freiwillige, für Touristen, die nicht nur fern ab der Themen unserer Zeit Ferien machen wollen. Empfehlung: Die Filmemacher Paar Philip Brink und Mareike van den Velden haben Begegnungen zwischen Flüchtlingen und Touristen eindrucksvoll dokumentiert: „The Island of all Together – Conversations on Lesvos“ heisst das Video, abrufbar unter: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/the-island-of-all-together-treffen-auf-lesbos-14103759.html Kontakt: solidarityfor lesvos unter: http://www.lesvossolidarity.org/index.php/en/ Der Autor, Leiter des Zentrums für zivilgesellschaftliche Entwicklung (zze) Freiburg. Professor an der Evangelischen Hochschule, wohnt seit 30 Jahren im Sommer auf Lesbos und berichtet über die aktuelle Flüchtlingssituation und die Bedeutung zivilgesellschaftlicher Initiativen. Lesvos: Weitere Aufsätze Persönlicher Bericht aus Lesbos

  • Impressum | Thomas Klie

    Impressum Angaben gemäß § 5 TMG: RA Prof. Dr. Thomas Klie Luisenstraße 5 79098 Freiburg Email: thomas(at)klie.info Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 10 Absatz 3 MDStV: Thomas Klie Fotos Startseite, Leben, Liota Land&Sea © Thomas Klie Demensch Kalender @ Peter Gaymann Alle weiteren Fotos und Abbildungen sind, soweit nicht anders angegeben, Copyright/ Eigentum von Thomas Klie und dürfen nicht ohne schriftliche Genehmigung verwendet werden. Verantwortlich für Design, Konzeption und Umsetzung © Hanna Klie www.klieundco.de ​ Haftungshinweis Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. Haftungsausschluss Wir übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der auf unserer Webseite angebotenen Informationen. In keinem Fall wird für Schäden, die sich aus der Nutzung oder Nichtnutzung unserer Website ergeben, eine Haftung übernommen. Für alle auf unsere Webseite angebotenen externen Links, die auf fremde Webseiten zeigen, auf denen Inhalte angeboten werden, die von Dritten zu verantworten sind, wird keine wie auch immer geartete Haftung bezüglich der Inhalte übernommen. Wir erklären hiermit, keinerlei Einfluss auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung, die Inhalte oder die Urheberschaft der verlinkten Seiten zu haben, distanziere uns hiermit von sämtlichen Inhalten aller auf unsere Webseite verlinkten Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden und machen uns diese Inhalte in keinem Fall zu Eigen. Gewerbliche Schutzrechte Alle innerhalb dieser Webseite genannten und ggf. durch Dritte geschützten Marken- und Warenzeichen unterliegen uneingeschränkt den Bestimmungen des jeweils gültigen Kennzeichenrechts und den Besitzrechten der jeweiligen eingetragenen Eigentümer. Allein aufgrund der bloßen Nennung ist nicht der Schluss zu ziehen, dass Markenzeichen nicht durch Rechte Dritter geschützt sind. Copyright Jegliche Vervielfältigungen und Verwendung von Inhalten (Bild/Text) bedürfen unserer ausdrücklichen Zustimmung.